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Erfahrungsberichte

In unserer Arbeit rund um Schornstein, Kaminofen und Schornsteinsanierung treffen wir immer auf besondere Gegebenheiten. Auf dieser Seite möchte wir Ihnen etwas von den Erfahrungen mitteilen, die wir in den letzten Jahren gemacht haben. Wir schaffen es immer wieder, mit unserem fachlichen Wissen und einer großen Portion an Kreativität, die Schornsteinprobleme unserer Kunden zu lösen. 

Sprechen Sie uns an, wie helfen Ihnen gerne weiter.

Ihr Schlotec-Team

Schwarze Sichtscheibe und Rauchaustritt am Kaminofen beim Nachlegen von Holz

Bei Reklamationen bezüglich Rauchaustritt beim Nachlegen und/oder schwarzer Sichtscheibe ist in 99,9% der Fälle die Ursache hierfür nicht am Kaminofen selbst zu finden, sondern im Zugverhalten des Schornsteins.
Aussagen der Endkunden, der Schornstein zöge jedoch gut, ist kein ausreichendes Indiz für tatsächlich funktionierende Zug bzw. Temperaturbedingungen des Schornsteins. Hinweise auf frühere Kaminöfen die an demselben Schornstein bestens funktionierten, treffen für moderne Kaminöfen mit hohen Wirkungsgraden aufgrund heutzutage deutlich niedrigeren Abgastemperaturen nicht mehr zu.
Zuwenig Zug wirkt sich genauso negativ auf das gesamte Brennverhalten aus, wie zu hoher Zug.
Zu geringe Temperaturen im Schornstein, z.B. aufgrund eines zu großen Querschnitts oder zu großer Förderhöhen, verlangsamen beispielsweise die Abgasgeschwindigkeit dahingehend, das die Abgassäule kaum noch aus dem Schornstein abgeführt werden kann, da die Gase aufgrund der Abkühlung an Auftrieb verlieren. Da der Brennkammer genau soviel Verbrennungsluft zugeführt wird, wie an Abgas aus dem Schornstein abgeführt wird, lassen sich "schlechtes Brennverhalten", "schwarze Scheibe", "Feuer geht aus", etc, deshalb in fast allen Fällen auf den Schornstein zurück zu führen. Bei zu großen Schornsteinquerschnitten hilft letztendlich das Einziehen eines Edelstahlrohres (Schornsteinsanierung) mit z.B. Ø 150 mm um den gewünschten Zug zu erreichen.

Hier hilft nur eine Zugmessung am Stutzen des Ofen weiter (entscheidend ist, was von dem evtl. vorhanden Zug im Schornstein tatsächlich am Ofen ankommt)

Ein zu hoher Zug im Schornstein hat zur Folge, das der Brennholzverbrauch sehr hoch ist und eine Auflage von 2 Scheiten bereits nach 30 - 35 Minuten (anstatt erst nach 45 -60 Minuten) abgebrannt ist. Wird dann zum Nachlegen die Tür geöffnet, wirbelt die Asche im Brennraum herum und die Abgase treten in den Aufstellraum aus. Bei einem zu hohen Zug ist der Schornstein aufgrund des Abgasvolumens so ausgelastet, das die zusätzliche Luftmenge die in den Brennraum einströmt nicht mehr hineinpasst, der Schornstein verschluckt sich regelrecht. Bei einem zu hohen Zug wird aufgrund der ebenfalls hohen Strömungsgeschwindigkeit der zugeführten Verbrennungsluft die Sekundär bzw. Scheibenspülluft direkt in den Brennraum hinein gerissen und nicht mehr sauber an der Scheibe entlang geführt. Folglich bilden sich schwarze Dreiecke auf der Scheibe, da die Luft nicht mehr bis zur Scheibenunterkante geführt wird.

Nicht umsonst steht deshalb in unseren Bedienungsanleitungen, das der Schornstein der Motor des Kaminofens ist. Der Förderdruck im Schornstein soll gem. Bedinungsanleitung mindestens 12 Pascal haben, jedoch 20 Pascal nicht überschreiten. Ein zu hoher Förderdruck kann relativ einfach mit einem Zugbegrenzer bzw. einer Nebenluftvorrichtung (Pendelklappe) begrenzt werden, indem dieses Bauteil in das Rauchrohr oder in die Schornsteinwange eingebaut wird. Befragen Sie zum geeigneten Einbauort aber unbedingt Ihren Schornsteinfeger, da es in den Bundesländern verschiedene Regelungen gibt (Feuerungsverordnung FeuVo).
Sie können die Funktionsweise einer Nebenluftvorrichtung sehr einfach simulieren, indem Sie die Reinigungsklappe Ihres Schornsteins öffnen nachdem der Kaminofen auf Betriebstemperatur ist. Durch das Einbringen der zusätzlichen Luftmenge steigt die Abgasgeschwindigkeit, der Zug nimmt jedoch deutlich ab, das Flammenspiel sollte jetzt deutlich ruhiger werden und das Ausrauchen beim Türöffnen bleibt aus.

Der Schornsteinzug ist abhängig von den Faktoren Abgastemperatur, Abgasgeschwindigkeit und dem Abgasvolumen. Der eigentliche Zug entseht durch die Temperaturdifferenz zwischen dem Abgas und der Umgebungstemperatur an der Schornsteinmündung.
Sinkt beispielsweise die Abgastemperatur weil die Abgase auf dem Weg zur Schornsteinmündung aufgrund einer großen Schornsteininnenfläche dort schnell abkühlen, fehlt ihnen der Auftrieb und die Abgasgeschwindigkeit sinkt stark ab. Die Abgasmenge kann nur mühsam zur Mündung gefördert werden oder gerät sogar ins Stocken. Da wie oben bereits geschrieben jedoch nur die zur Verbrennung benötigte Frischluftmenge in den Brennraum nachgesogen wird, die auch als Abgas abgeführt werden kann (Luftsäule), erklären sich somit die genannten Probleme von selbst.

Als kleine Faustregel für "funktionierende" Schornsteine gilt, das Querschnitte von Ø 150-180 mm, bzw. eckig max. 140 x 200 mm, sowie eine wirksame Förderhöhe (ab Eintritt des Rauchrohres in den Schornstein bis zur Schornsteinmündung) von 4,5 - 8 m eingehalten werden muß. Weitere Faktoren die Schornsteinzug nicht unerheblich beeinflussen sind neben dem Schornsteinmaterial und seiner Isolierung aber auch die Lage am Gebäude, Winddruck, Lufttemperatur, Wetterlagen, Fallwinde, Windschatten von hohen Gebäuden oder Wald.

Über die Montage eines Rauchgassauger auf einen Mauerziegelschornstein mit Betoninnenauskleidung.

Rauchgassauger aus Edelstahl
Rauchgassauger

 Unlängst wurden wir zu einem Kunden gerufen, weil sein Schornstein im Dachgeschoss nasse, gelbe und braune Flecke an der Schornsteinaußenhaut aufwies.

Wir kontrollierten den Schornsteinverlauf vom Dachboden, über die Etagen bis in den Keller. Im Keller war ein Gasheizkessel mit einer Nennheizleistung von 34 KW angeschlossen.

Nach Durchsicht des Abgasschornsteines mittels Schornsteinkamera konnten wir sehen, dass der Schornstein von innen mit Beton ausgekleidet (ausgeschleudert) wurde. Im Dachgeschoss war er um ca. einen Meter versetzt bzw. schräg geführt. Auf der Schornsteinmündung befand sich eine Faserzementabdeckplatte (Eternitabdeckplatte) mit einem Abstand von 22cm. Im Dachbodenbereich war der Schornstein komplett durchfeuchtet. Unterhalb der Schornsteinreinigungstüre Betonreinigungstüre) waren weiße und gelbe Ausblühungen von Kristallsulfate zu sehen. Das Dach besaß keine Wärmedämmung. 

Technischer Hintergrund

Im Bereich des Daches kühlen Abgase im Schornstein sehr stark ab. Dadurch wandelt sich der Wasserdampf im Abgas in Wassertropfen um und setzen sich an der Schornsteininnenwange ab. Hier entsteht eine chemische Reaktion.

Die Wassertropfen verbinden sich mit anderen Substanzen, dadurch wird die Betonschicht aufgeweicht. Der Beton reagiert wie ein Schwamm und speichert die Nässe. Diese reagiert mit dem alten Ruß zwischen der Betoninnenauskleidung und dem Mauerziegel. Es entsteht eine schweflige Säure, diese entzieht dem Mörtel, zwischen den Mauerziegel, den CO², dadurch wandelt sich der Mörtel in Gips um. Gips ist eine andere Substanz, welche Nässe aufnimmt und an dessen äußerer Oberfläche Schimmelpilz aufkeimt.

Mit Beton sanierte Schornsteine lassen sich normaler weise, aufgrund Ihres geringen Querschnittes, nicht mit einem Edelstahlrohr sanieren.

Lösung

Ersatzweise wurde auf diesen Schornstein ein Rauchgassauger auf die Schornsteinmündung montiert. 
Im Keller wurde eine Nebenluftvorrichtung (Zugregler) in die Schornsteinwange, ca. 40cm unterhalb der Kellerdecke, eingebaut. Der Rauchgassauger wurde mit einem 230-Volt-Stromkabel mit einem Regler an die Heizkesselsteuerung angeschlossen.Alternativ besteht auch die Möglichkeit, bei sehr nassen Schornsteinen, den Sauger für eine gewisse Zeit im Dauerbetrieb laufen zu lassen.

Der zufriedene Kunde rief nach ca. 4 Wochen an und teilte uns mit, dass der Schornstein inzwischen vollkommen trocken sei.

Dieser Rauchgassauger kann auf alle Schornsteine oder Abgasleitungen montiert werden. Bei Schornsteinzugproblemen (bei zu kleinen Schornsteinquerschnitten oder zu geringer Schornsteinhöhe) kann dieser Rauchgassauger auch angewendet werden.

Einbau eines Edelstahlrohr in einen Schornstein

Wenn ein Schornstein versottet, muss meist ein Edelstahlrohr in den Schornstein eingezogen werden, um Schäden die durch Feuchtigkeit an dem Mauerwerk entstehen zu vermeiden.

Um ein V4A Edelstahlsanierungsrohr in den Schornstein einbauen zu können, müssen vorher die Anschlüsse für Reinigungstür und Feuerungsanschluss aufgestemmt werden.

Die entsprechenden Passteile werden im unteren Bereich, für das Abgasrohr und die Reinigungstüre eingesetzt.

Wenn die Längenelemente von der Schornsteinmündung aus bis in den Keller mit dem Abgasrohrpassstück verbunden sind, werden die Öffnungen wieder fachgerecht vermauert. Der Arbeitsbereich wird besenrein verlassen und der Schutt fachgerecht entsorgt.

Nachdem die Schachtabdeckung mit Edelstahlschrauben befestigt und mit Silikon abgedichtet wurde wird der Heizkessel wieder in Betrieb genommen.

Die Firma Schlotec baut grundsätzlich nur Sanierungsrohre mit einem Kondensatauffangbehälter ein. Dieser verhindert, dass bei starkem Regen Wasser aus der Schornsteinreingungstüre entweichen kann. Das anfallende Wasser wird kontroliert, über das Ablaufrohr, durch einen Schlauch in einen Kondensatauffangbehälter geleitet.